Rettungshunde


Durch die Rettungshunde-Ausbildung können der Hund und sein Hundeführer in verschiedensten Situationen Menschen in Not retten. Ein Rettungshund wird dazu ausgebildet, Menschen in Notsituationen zu finden und dies seinem Hundeführer durch anhaltendes Bellen mitzuteilen, während der Hund beim Opfer verweilt (Ausnahme Wasserrettung). Ein Rettungshundeteam besteht aus dem Hund und seinem Hundeführer und ist nur im Team voll einsatzfähig. Es ist daher selbstverständlich, dass auch beide neben einer soliden Ausbildung reichlich Zeit und viel, viel Spaß an der Arbeit haben sollten. Dass gegenseitiges Vertrauen die Basis für jeglichen Erfolg ist, ist nicht nur für die Rettungshundearbeit ein absolutes Muss.

Die genaue Beschreibung aller Regeln finden Sie in der Rettungshunde-Prüfungsordnung, welches Sie jeweils in seiner letztgültigen Fassung der Rettungshunde-Seite des ÖGV entnehmen können.

 

Es gibt für jede Sparte 2 Prüfungsstufen / Schwierigkeitsgrade

Für welchen Hund ist die Rettungshunde Ausbildung geeignet?

Prinzipiell kann jeder Hund an der Rettungshunde Ausbildung teilnehmen. 

Er sollte aber Freunde an der Bewegung haben und nicht ängstlich auf verschiedene Arten Bodenuntergrund reagieren. Bedenken Sie dass sich ein Rettungshund auch in Gebäudetrümmern sicher bewegen muss.

Er sollte auch lernfähig und vor allem lernfreudig sein. Allein schon die Grundausbildung dauert etwa 18 Monate und danach beginnt erst die richtige Arbeit.

Er sollte ein freundliches Verhalten gegenüber Menschen und anderen Hunden aufweisen. Dies ist besonders wichtig in der Zusammenarbeit bei einem Einsatz. Aggressive oder zu dominante Hunde, die gegenüber den anderen Teilnehmern der Gruppe feindselig reagieren sind in der Rettungshundearbeit fehl am Platz.

Er muss gewandt und geschickt sein. Er muss verschiedene Hindernisse überwinden und darf sich vor unangenehmem Untergrund und schwierigen Situationen nicht fürchten. 

Zu große und schwere Hunde oder zu kleine Hunde (z.B. Papillon) sind möglicherweise weniger geeignet, weil sie sehr wahrscheinlich Probleme mit dem unwegsamen Gebiet haben (steile Abhänge, große Trümmer). Bei grossen und schweren Hunden ist zusätzlich zu beachten, daß möglicherweise ein Problem auftreten kann, wenn der Hund über nicht passierbare Stellen getragen werden muss (Mauern, Leitern, Felswänden etc.).

 

Unterordnung und Gewandtheit muss jeder Rettungshund können, die einzelnen Einsatzsparten (Sucharten) sind je nach Prüfungsstufe wählbar. Nicht jeder Hund ist für alle Sucharten geeignet.

   

Gewandtheit wird mit Hilfe verschiedener Hindernisse trainiert, die den Rettungshund auf den Einsatz im Ernstfall vorbereiten sollen. Dadurch lernt der Hunde unangenehme Hindernisse zu überwinden und Vertrauen zu fremden Personen zu haben.

Bei der Gewandtheit werden folgende Geräte unterrichtet:

  • Wippe
       
    Die Wippe ist für Anfänger nicht ohne Probleme, denn viele Hunde erschrecken wenn die Wippe nach unten zu kippen beginnt. Beim Lernen wird der Hund langsam auf die Wippe geleitet und in der Mitte wird die Wippe langsam von Hand gekippt.
    Die Übung wird durch die Grundstellung (= Sitz) nach Bewältigen der Wippe beendet.

  • Fassbrücke
       

    Die
    Fassbrücke ist ebenfalls ein Gerät, das zu Anfang für den Hund Überwindung verlangt. Der Hund muss über ein Brett gehen, das auf zwei lose Tonnen gelegt wird. Er verweilt auf dem Brett bis er zum Weitergehen aufgefordert wird. Die Übung wird durch die Grundstellung (=Sitz) nach Bewältigen der Fassbrücke beendet. 

  • Waagrechte Leiter
       
    Der W
    aagrechte Leiter stellt einen schwierigen Balanceakt für den Hund dar. Eine Sprossenleiter auf Stützen aufgelegt muss vom Hund überquert werden. Dabei muss der Hund die Sprossen, nicht die Holme (=Aussenpfosten) benutzen. Am Ende der Leiter wird der Hund vom HF von der Leiter gehoben und in Grundstellung gebracht.

  • Weitsprung
       
    Der Weitsprung
    wird vom Hund mit einer Weite von 1,5 m übersprungen. Nach dem Sprung bleibt der Hund stehen bis er vom Hundeführer abgeholt wird.

     
  • Tunnel
        
    Der Tunnel wird vom Hund auf Anweisung durchlaufen. Nach dem Tunnel verweilt der Hund bis er vom Hundeführer abgeholt und in Grundstellung gebracht wird.


     
  • Begehen von unangenehmen Material
       

    Beim Begehen von unangenehmen Material werden auf einer Fläche werden Materialien wie z.B. Bauschutt, Metallteile, Metall-Gitter, Folien ausgelegt, die vom Hund mit dem Hundeführer übergangen werden, wobei darin einmal angehalten wird. Die Übung wird mit einer Grundstellung (= Sitz) beendet.


     
  • Lenkbarkeit auf Distanz

    Bei der Lenkbarkeit auf Distanz wird der Hund auf Distanz links, rechts oder mittig auf Tische geschickt, auf denen er bis auf Widerruf verharren muss. Abgangspunkt für den Hund ist ein markierter Punkt in einiger Entfernung vom Hundeführer. Die Übung wird durch Heranrufen mit abschließender Grundstellung (= Sitz) beendet.

  • Tragen und Übergeben
       
    Beim Tragen und Übergeben wird der Hund von seinem Hundeführer getragen und einer fremden Person übergeben, die den Hund dann einige Meter wegbringt. Nach dem Absetzen des Hundes wird er vom eigenen Hundeführer herangerufen und muss freudig kommen. Die Übung wird wieder durch eine Grundstellung (=Sitz) beendet.

Es gibt folgende Einsatzsparten:

  • Fährtensuche
    -Bild folgt-
    Bei der Fährtensuche ist es die Aufgabe des Rettungshundes, selbständig einer Spur zu folgen die schon meherer Stunden alt ist um auf diese Weise verirrte Personen auzufinden.
  • Flächensuche
       
    Bei der Flächensuche ist nicht bekannt, wo sich die Spur des Vermissten befindet. Es wird daher eine ganze Fläche durchsucht werden bis eine Spur aufgenommen werden kann, oder der/die Vermisste gefunden werden kann. Dabei wird der Hund vom Hundeführer in Zickzackbewegungen zum Suchen durch das Gelände geschickt. Der Hundeführer bewegt sich dabei in gerader Linie durch den ihm zugeteilten Suchbereich. Zur Flächensuche werden mehrere Teams gleichzeitig eingesetzt, sodass innerhalb kürzester Zeit ein relativ großes Gebiet durchsucht werden kann, um vermisste Personen aufzustöbern.

  • Trümmersuche
     
     
    Die Trümmersuche ist eine sehr schwierige Aufgabe für einen Rettungshund. Er muss sich auf und in eingestürzten Gebäuden bzw. Trümmerfeldern bewegen und selbständig nach verschütteten Opfern suchen. Da in den meisten Fällen das Suchgebiet kritisch und z.B. einsturzgefährdet ist, kann der Hundeführer hier nur begrenzt Hilfestellung leisten.

  • Lawinensuche
    Die Lawinensuche wird leider sehr oft benötigt, weil immer wieder Schifahrer oder Bergwanderer in Lawinen geraten und ein rasches Auffinden der Verunglückten für eine erfolgreiche Rettung entscheidend ist. Dabei muss der Hund wie bei der Flächensuche unter Anleitung seines Hundeführers ein Gebiet nach einem Lawinenabgang selbständig nach Verschüttenden absuchen. 

  • Wasserrettung
    Die Wasserrettung besteht darin, Menschen in Seenot zu bergen. Dies wird in Zusammenarbeit mit dem Rettungsschwimmer erzielt.
    Nähere Info unter: http://www.hundewasserrettung.at