Agility


 

Agility (zu deutsch: Behendigkeit, Gewandtheit) ist eine aus England kommende Hundesportart, die in den 70er Jahren von John Gilbert und Peter Lewis, nach dem Vorbild des Parcourreitens, erfunden wurde und sich mittlerweile in ganz Europa grösster Beliebtheit erfreut.

1977 wurden erstmals Übungen auf einem Hindernisparcour als Pausenveranstaltung im Rahmen der bekannten "Crufts" Hundeschau, von englischen Dienst- und Polizeihunden vorgeführt. Relativ rasch wurde Agility als neue Disziplin in den Hundesport aufgenommen.

1988 wurde Agility erstmals im deutschsprachigen Raum als neue Hundesportart akzeptiert. Anläßlich der IHA (Internationale Hundeausstellung) in Genf wurde die erste inoffizielle Agility-Europameisterschaft durchgeführt. Noch im selben Jahr erarbeitete die Société Centrale Canine aus Frankreich ein Agility-Reglement, das jeweils in seiner letztgültigen Fassung der Agility-Seite des ÖGV zu entnehmen ist.

In den 80er Jahren kam diese Sportart durch den Einsatz einiger agilitybegeisterter Hundesportler auch nach Österreich. Seither erfreut sich diese Hundesportart mit mittlerweile mehr als 50 Turniere im Jahr und mehreren hunderten Agilitysportlern in Österreich immer grösserer Beliebtheit.

   

Es gibt 3 Prüfungsstufen / Schwierigkeitsgrade: A-1 / A-2 / A-3

Für wen ist Agility geeignet?

Agility ist für jedermann geeignet, der Spass daran hat sich mit seinem Hund zu befassen, mit ihm zu spielen und mit ihm Sport zu betreiben. Alter, Rasse und Grösse des Hundes ist dabei völlig gleichgültig. Beim Agility nach den Regeln des ÖKV gibt es seit 1.3.2001 in Österreich drei Hundegrößen (Small =  Schulterhöhe unter 37 cm, Medium unter 43 cm und Large = Schulterhöhe über 43 cm). Damit werden allen Hunden die gleichen Möglichkeiten geboten.

Voraussetzung ist jedoch, dass der Gesundheitszustand Ihres Hundes in Ordnung ist. Man sollte zur Sicherheit seinen Hund zuvor auf Gelenkerkrankungen, Wirbelsäulenschäden oder eventuelle Herzerkrankungen untersuchen lassen.

Wenn Ihr Hund gesund ist, spricht nichts dagegen, mit dem Agility-Training zu beginnen, ...... ausser Ihr Hund lässt sich grundsätzlich nicht hinter der Ofenbank hervorlocken.

 

 

Im Vordergrund steht bei Agility, dass man mit seinem Hund Spass hat. Spass mit seinem Hund haben, heisst für mich, sich mit seinem Hund zu befassen, zu spielen, sich Zeit für seinen Hund zu nehmen, auf ihn einzugehen, ihn zu loben, ihn zu bestärken. All diese Dinge kann ich mit meinem Hund beim Agility machen. Ausserdem stärkt Agility das Selbstvertrauen, das Vertrauen zu dem Hundeführer / der Hundeführerin, er wird fit (genauso wie der Besitzer / die Besitzerin natürlich auch), er wird geistig gefordert, er bekommt Freude daran, zu arbeiten. Dies geschieht natürlich nur, wenn man seinen Hund nicht dazu zwingt, die Hindernisse auszuführen, oder wenn man ihn für jeden Fehler bestraft und der Hund schon Angst hat, bevor er überhaupt den Parcours betritt. Leider gibt es viel zu häufig Menschen, die diesen Sport, durch übertriebenen Ehrgeiz und falsch verstandene Tierliebe, kaputt machen. Aber, letzten Endes, muss man doch sagen, Agility ist ein toller Sport für Tier und Mensch, wenn man in einer angenehmen Umgebung, mit sympathischen Hundenarren und deren Vierbeinern, mit seinem Hund aktiv werden möchte und einmal Abwechslung in das oftmals eintönige Hundedasein bringen will. Und, ob Ihr Hund genausoviel Spass an dieser Sportart haben wird wie Sie, das liegt letzten Endes allein an Ihnen!

Bei Agility wird von einem Richter ein Agilityparcour mit ca. 20 Hindernissen errichtet. Folgende Hindernisse werden bei Agility Turnieren in Österreich üblicherweise verwendet:
  • Hürde
       
    Der Hürdensprung ist ein sehr einfaches Hindernis. Welpen dürfen in unseren Übungsstunden noch gar keine Sprünge üben, bei Junghunden legen wir die Stange nur ca. 10 cm hoch. Die meisten Hunde springen nach ein paar Versuchen fehlerfrei über den Hürdensprung.

  • Mauer/Viadukt
    Die Mauer besteht aus einer ausgefüllten Fläche, das Viadukt kann ein oder zwei Öffnungen in der Form eines Tunnels aufweisen. Am oberen Teil beider Hindernisse müssen abwerfbare Elemente ("Ziegel") in halbrunder Form aufgesetzt sein.

  • Weitsprung
       
    Der Weitsprung wird erst bei ausgewachsenen Hunden in voller Länge geübt. Auch hier treten kaum Probleme auf. Wir stellen den Weitsprung während der Lernphase kürzer oder lassen einzelne Elemente weg, damit jüngere Hunde nicht zu stark belastet werden.

  • Reifen
       
    Der Reifen ist schon etwas schwieriger zu lernen. Auch hier haben wir für junge Hunde eine niedrigere Einstellung. Viele Hunde wollen entweder seitlich am Reifen vorbeilaufen oder unter dem Reifen durchgehen. Sogar fortgeschrittene Hunde machen manchmal diese Fehler
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  • Slalom
       
    Der Slalom ist wohl das schwierigste Hindernis im Agility Parcours. Junge Hunde dürfen den Slalom nicht laufen, da sonst Schäden an der noch wachsenden Wirbelsäule entstehen können. Den Hund immer wieder an der Leine durch den Slalom zu zerren bringt kaum Lernerfolge. Es soll vielmehr versucht werden dem Hund durch Gesten, Worte und auch Belohnungen (wie Futter oder Spielzeug) auf den richtigen Weg zu bringen. Der Slalom wird auch von sonst hervorragenden Hunden manchmal fehlerhaft gelaufen und muß daher konsequent immer wieder geübt werden. Um so eindrucksvoller ist es anzusehen, wenn ein Hund den Slalom fehlerfrei und schnell laufen kann. Die Rekordzeit soll von einem Border-Collie mit 2,9 sec. gehalten werden.

  • Stofftunnel
       
    Der Stofftunnel ist für manche Hunde eine schwere Prüfung. Er hat eine feste Öffnung und ist nach hinten hin aus Stoff, der flach auf dem Boden liegt. Eher ängstliche und scheue Hunde brauchen recht lange bis sie den Stofftunnel ohne Hilfe durchlaufen, da sie sich den Weg durch den am Boden liegenden Schlauch selbst bahnen müssen. Mit Geduld und wiederholten Versuchen haben es aber bisher noch alle Hunde gewagt durch den Stofftunnel zu laufen und am Ende sind alle davon begeistert.

     
  • Fester Tunnel
       
    Der Feste Tunnel ist da schon wesentlich einfacher. Die meisten Hunde kennen den Tunnel bereits aus dem Welpenkurs und haben daher keine Probleme damit.
    Man kann den Festen Tunnel geradeaus oder aber in verschiedene Winkel legen.

     
  • Tisch (der Hund muß 5 Sekunden lang verweilen)
    Der Tisch ist eigentlich nicht besonders schwer. Auf diesem Hindernis muß der Hund 5 Sekunden in einer Position bleiben. Am Anfang üben wir nur Platz, später auch Sitz oder Steh. Auch hier haben wir einen sehr niedrigen Tisch für junge Hunde. Ein besonderes Problem birgt der Tisch allerdings schon: Wenn der Hund erst mal mit Begeisterung einen Parcours läuft, will er immer so schnell wie möglich zum nächsten Hindernis. Schließlich haben wir ihm ja beigebracht nicht zu trödeln. Und plötzlich soll er auf dem Tisch 5 Sekunden Pause machen. So mancher Vierbeiner hält die Spannung nicht mehr aus und springt zu früh vom Tisch ab. 
    Obwohl der Tisch in der Prüfungsordnung vorkommt, wurde er in den letzten Jahren so gut wie gar nicht in Parcours eingearbeitet.

     
  • A-Wand (Kontaktzonengerät; d.h. der Hund muß mindestens eine Pfote beim Auf- und Abgang in der markierten Zone haben)
       
    Die Schrägwand wird für Anfängerhunde sehr flach gestellt, so daß es auch hier sehr wenig Probleme gibt.

  • Wippe (Kontaktzonengerät)
       
    Die Wippe ist für Anfänger nicht ohne Probleme, denn viele Hunde erschrecken wenn die Wippe nach unten zu kippen beginnt. Beim Lernen wird der Hund langsam auf die Wippe geleitet und in der Mitte wird die Wippe langsam von Hand gekippt. Wichtig ist von Anfang an das richtige Laufen über die farbig markierten Kontaktzonen. Kontaktzonenfehler kommen auch bei geübten Hunden immer wieder vor.
  • Laufsteg (Kontaktzonengerät)
       
    Der Laufsteg erfordert von den Hunden gute Balance und Konzentration. Die Hunde dürfen nicht vom Laufsteg abspringen oder gar herunterfallen, und müssen über die farbig markierten Kontaktzonen laufen. In der Lernphase läuft der Hundeführer rechts vom Laufsteg und ein Helfer links vom Laufsteg um zu verhindern, daß der Hund vom Laufsteg herunterfällt. So ein kleiner "Unfall" kann dazu führen, daß der Hund überhaupt nicht mehr auf den Laufsteg gehen will.